Das schwarze Loch (1979)

Endlich gibt es Das schwarze Loch als Science-Fiction-Klassiker auf DVD; darauf habe ich doch einige Jahre warten müssen. Ich hatte zwar noch irgendwo eine schlechte Videokopie, aber die hatte mittlerweile ihre besten Zeiten hinter sich; ebenso wie mein alter VHS-Videorecorder. Als Jugendlicher in den 80er Jahren habe ich diesen Film geliebt. Mehr noch als Star Wars mit seinen lächerlichen Zottelviechern weckte der Film mit dem Thema “schwarze Löcher” Neugierde auf die Wunder, die das Universum da draussen bereithält. Aber ich gebe zu, daß mich damals Handlungsverlauf und Charakterentwicklung nicht sonderlich interessiert haben. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert und darum wurde es Zeit, den Film nochmal aus der Perspektive eines Erwachsenen anzuschauen.

Zuerst kommt dieser hervorragende Vorspann mit den Gitternetzlinien, die die Raumzeit visualisieren sollen. Die Kamera schwebt zu der fantastischen Musik von John Barry über diese Gitternetzlinien hinweg bis zu diesem stilisiertem Trichter, der ein schwarzes Loch darstellen soll und schliesslich hinein. Einfacher und eleganter kann man einem Heranwachsenden das Konzept, das unser Universum Defekte hat kaum nahebringen. Ich habe diese Szene geliebt und tue es auch jetzt noch. Der Rest der Handlung im Schnelldurchgang: Eine Weltraummission mit fünf Astronauten stößt bei ihrer Reise auf ein verschollen geglaubtes Riesenraumschiff, welches um ein schwarzes Loch kreist. An Bord findet sich nur noch der Kommandant, ein Wissenschaftler, der eine bizarre Besessenheit zu dem Schwarzen Loch an den Tag legt und der in den nächsten Tagen vorhat, in das schwarze Loch hineinzufliegen, weil er glaubt, daß es das Tor zu einem anderen Universum ist. Ansonsten ist die übrige Besatzung verschwunden und es laufen nur noch Roboter herum. Aber die Besatung der Forschungsmission kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur und ist letztendlich gezwungen, in das schwarze Loch zu fliehen.

Man hat für Das schwarze Loch einige hochkarätige Schauspieler engagiert, darunter Anthony Perkins (Psycho), Yvette Mimieux (Die Zeitmaschine) und Ernest Borgnine (The Poseideon-Adventure). Aber Maximilian Schell als genial-verrückter Wissenschaftler ist eine glatte Fehlbesetzung. Die von ihm gespielte Figur ist weniger bedrohlich denn lächerlich. Aber das mag ich dem Schauspieler nicht alleine anlasten sondern genauso den Drehbuchautoren, die es letztendlich nicht geschafft haben, ihren Figuren Tiefe zu verleihen.

Hauptfiguren in diesem Film sind die hervorragenden Spezialeffekte. Gerade die Trickaufnahmen der Raumschiffe sind wirklich gelungen und stehen denen von Star Wars in nichts nach. Besonders zu erwähnen hier ist eine Szene, in der ein Meteorit durch das Raumschiff donnert. Putzig, aber auch an der Grenze zur Lächerlichkeit, sind die beiden R2D2-Verschnitt-Roboter, von denen der eine durch grenzwertige Klugscheisserei auffällt. Und so toll die Spezialeffekte an der einen Stelle sind, so schlecht sind sie auf der anderen.

Am Anfang, als die Astronauten schwerelos durch ihr Raumschiff schweben, kann man die Drähte erkennen, an denen die Beine aufgehangen sind. Und das Ende wirkt in seiner esoterisch angehauchten Weise dreist aus “2001” kopiert. Nichtsdestotrotz hat der Film seine Qualitäten und ist trotz seiner Schwächen zum Kultfilm geworden. Vor allem für Science-Fiction-Fans gehört Das schwarze Loch einfach zum Kanon.

8 von 10

Eure Wertung:
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