Filmkritik: Der letzte Kampf

Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson, Pierre Jolivet
Schauspieler: Pierre Jolivet, Jean Bouise, Fritz Wepper, Jean Reno, Maurice Lamy
Musik: Éric Serra
Kamera: Carlo Varini
Land: F
Budget: 3,5 Mio. FF
Start: 06.04.1983

Dieser völlig in Schwarzweiß gedrehte Streifen ist der erste abendfüllende Spielfilm von Luc Besson mit der ersten tragenden Rolle für Jean Reno. Wer jetzt aufgrund des Regisseurs und des Titels auf einen aufregenden Actionfilm hofft, der hat sich leider getäuscht. Der in einer postapokalyptischen Zukunft spielende Film wirkt, als hätte der Regisseur »Mad Max« und »Die Klapperschlange« vermischt und mit dem Stil von Andrei Tarkowski auf die Leinwand gebracht. Geredet werden in dem Film ganze zwei Sätze.
Ein namenloser Mann (Jolivet) lebt in einem von Wüste umgebenen Hochhaus. Auf einem nahen Schrottplatz stiehlt er eine Autobatterie und wird von den dort lebenden Plünderern und ihrem Chef (Wepper) verfolgt. Mit einem selbstgebauten Fluggerät flieht er in eine Stadt, wo er an den Brutalen (Reno) gerät, von ihm verletzt und von dem Doktor (Bouise) gesundgepflegt wird.
Durch den Mangel an Dialogen ist man als Zuschauer auf die Bilder angewiesen, um sich die Handlung und die Hintergründe zusammenzureimen, was durchaus Spaß macht. Die in Schwarzweißtönen gehaltenen Aufnahmen übermitteln zwar die beabsichtigte Tristesse und sollen wohl für eine gewisse Kunstfilmästhetik sorgen, aber sie schaffen es trotzdem nicht, die für das Szenario angemessene Atmosphäre zu generieren. Viele Kameraeinstellungen wirken im Kontrast dazu amateurhaft und unüberlegt. Wenn man die Filme von Tarkowski kennt, deren Bilder oft lange in Erinnerung bleiben, zeigt sich, wie unangemessen ein Vergleich zwischen beiden Regisseuren ist.
Obwohl »Der letzte Kampf« einige Preise gewonnen hat, kann ich nicht sehr viel mehr Positives sagen, als dass er wohltuend vom Hollywoodeinerlei abweicht. Das macht aber noch keinen guten Film aus. Wenn ich mir auf diversen Kritikerseiten durchlese, was man alles in den Film hereininterpretiert hat, kann ich nur schmunzeln.
Was Luc Besson angeht, so ist deutlich erkennbar, dass der Film nur ein Lehrstück ist und dass er in den Jahren danach offenbar noch eine ganze Menge hinzugelernt hat. Insofern ist es spannend, zu sehen, wie sehr sich sein Erstling von seinen späteren Werken unterscheidet.
Für Liebhaber von Kunstfilmen und einer von Hollywood abweichenden Ästhetik interessant und durchaus auch sehenswert, dürfte »Der letzte Kampf« aber nur wenigen Science-Fiction-Fans gefallen.

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