Filmkritik: Orion-3000 – Raumfahrt des Grauens

Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Ivan Reiner, Renato Moretti
Schauspieler: Giacomo Rossi Stuart, Ombretta Colli, Enzo Fiermonte, Halina Zalewska
Musik: Angelo Francesco Lavagnino
Kamera: Riccardo Pallottini
Land: I
Start: 29.7.1966

Nicht erst nach »Star Wars« begannen die italienischen Filmschmieden auf der Science-Fiction-Welle zu reiten und haufenweise billige Machwerke auf den Markt zu schleudern, sondern schon im Raumfahrt-Boom der Sechziger. Regisseur Antonio Margheriti wurde wegen seiner Leidenschaft für Spezialeffekte gern für solche Auftragsproduktionen engagiert und inszenierte während seiner Laufbahn erstklassige Trash-Ikonen wie »Gemini 13 – Todesstrahlen auf Kap Canaveral«, »Satan der Rache«, »Piranhas II – Die Rache der Killerfische« und eben auch »Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens«.
Der Zuschauer bekommt exakt das, was er erwartet: Grottige Spezialeffekte, eine schwachsinnige Handlung und absurde Dialoge, gesprochen von überforderten Schauspielern.
Auf der Erde werden zahlreiche Städte durch seismische Aktivitäten zerstört und man vermutet die Ursache im All. Schließlich stößt man auf einen Planeten, der sich der Erde nähert, und der heldenhafte Kommandant Rod Jackson beschließt, etwas dagegen zu unternehmen.
Besonders viel Freude machten mir die Spezialeffekte, die irgendwo zwischen zeitgemäß und absolut unterirdisch rangieren. Zweifelhafter Höhepunkt sind die Szenen in der Schwerelosigkeit, wo man oft deutlich die Drähte sieht, an denen die Schauspieler aufgehängt sind. Die Astronauten pendeln an diesen Drähten so aufdringlich hin und her, dass man sich in einer Satire wähnt.
Dazu bestehen die Dialoge aus 95 Prozent so völlig unsinnigen Technobabbels, dass selbst einige Star Trek-Folgen daneben verblassen.
Giacomo Rossi Stuart spielt die Hauptfigur Rod Jackson fürchterlich steif und unsympathisch, während die übrigen Schauspieler verzweifelt gegen das schwachsinnige Drehbuch ankämpfen.
»Orion 3000« gehört zu einer Tetralogie, deren andere Teile ich nicht gesehen habe, die ich mir aber garantiert für einen trashigen Abend noch besorgen werde.
Kurzum: ein Highlight für Italo-SF-Trash-Fans.

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Aus dem Buch 115 Jahre Science-Fiction im Kino – 250 Filme von 1902 bis 2016 von Phillip P. Peterson (erscheint im Frühjahr 2017)

 

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