Filmkritik: The last Starfighter

Regie: Nick Castle
Drehbuch: Jonathan R. Betuel
Schauspieler: Lance Guest, Robert Preston
Musik: Craig Safan
Kamera: King Baggot
Land: USA
Budget: 15 Mio. $
Start: 13.07.1984 (USA)

»The Last Starfighter« gehört zu den Filmen, die man zunächst als harmlos und irrelevant abtut und denkt, man habe sie schnell wieder vergessen, obwohl man sich gut amüsiert hat. Beim späteren Nachdenken fallen einem aber doch einige Dinge ein, die wirklich gut gemacht waren.
Zunächst zur Story: Alex wächst in einem Trailerpark auf und fristet dort ein ödes Dasein. Freude bereiten ihm nur Freundin Maggie und ein ominöses Videospiel, das in der Bar des Trailerparks steht. Als er eines Tages beim Zocken eine Rekordpunktzahl erreicht, taucht plötzlich ein Außerirdischer auf und nimmt ihn mit in den Weltraum. Das Videospiel war ein Rekrutierungstest der Aliens, um Piloten für Sternenjäger zu gewinnen, da sie sich im Krieg gegen das Volk der Ko-Dan befinden.
Etliches an dem Streifen, darunter das tragende Handlungselement des Hinterwäldlerjungen, der plötzlich zum Sternenkrieger wird, erinnert frappierend an »Star Wars«. Aber das Werk hat einige Besonderheiten. Zum einen lebt »The Last Starfighter« von seinen sympathischen Figuren, die allesamt gut besetzt sind. Darunter Lance Guest als Alex und Broadway-Star Robert Preston als Centauri, der Alex zum Kampfpiloten machen will, in seiner letzten Rolle.
Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst und hat an den richtigen Stellen einen wohldosierten Humor. So lässt Centauri einen Roboter als Doppelgänger für Alex zurück, der in vielen Bereichen noch keinen Plan von dem Leben auf der Erde hat. Das sorgt speziell in den Szenen mit Alex’ Freundin für einige Lacher.
Daneben gibt es noch eine andere Besonderheit: Der Film von 1984 ist nach »Tron« der zweite, in dem Computeranimationen in umfangreichem Maß für die Spezialeffekte genutzt werden. Das sieht man insbesondere bei den Raumkampfszenen, die komplett am Computer entstanden sind. Das Ergebnis ist im Vergleich zu den digitalen Möglichkeiten von heute alles andere als überzeugend und wirkt wie das Schlimmste, das eine B-Movie-Schmiede wie Asylum auf die Reihe kriegt. Aber man darf nicht vergessen, dass man einen Film aus den frühen Achtzigern sieht, wo selbst kleinere CGI-Effekte nur mit immensem Aufwand realisiert werden konnten. So brauchte man für das Rendern der Szenen (die Raumschiffe bestanden aus gerade mal 250.000 Polygonen) einen Cray X-MP Supercomputer. Heute könnte das ein iPhone schneller machen.
Der Film kam im Kino gut an und spielte etwa das Doppelte seiner Produktionskosten von 15 Mio. Dollar ein. Die Bewertungen waren zumeist positiv. Filmkritiker Gene Siskel meinte sogar, es sei der originellste der im »Star Wars«-Boom entstandenen Science-Fiction-Filme. Es folgten Umsetzungen des Stoffs als Roman, Comic, Computerspiel, Tabletop und als Musical.
Für mich war es ein Vergnügen, »The Last Starfighter« erneut zu sehen und dabei in Erinnerungen an die guten, alten Achtziger zu schwelgen. Wer ähnlich tickt, wird nach dem Film sofort Lust bekommen, noch einmal den C64 auszupacken und eine Runde Elite zu zocken.

The last Starfighter bei amazon (nur die DVD hat eine deutsche Tonspur, die BluRay nicht):

Aus dem Buch 115 Jahre Science-Fiction im Kino – 250 Filme von 1902 bis 2016 von Phillip P. Peterson (erscheint im Frühjahr 2017)

 

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